Camping mit Kangaroos

Ich muss nochmal auf die Kängurus zurückkommen, denn wir haben ein paar Tage auf einem kleinen, etwas abgelegenen Campingplatz verbracht, der auch eine Auffangstation für verwaiste Kängurus ist. Nicht selten werden Kängurus angefahren die noch ein Jungtier im Beutel haben, wenn es dann rechtzeitig gefunden wird, hat es gute Überlebenschancen.

Die kleinen Kängurus werden übrigens "Joeys" genannt. Über 100 Joeys haben Garry und Denise in den letzten 10 Jahren aufgezogen, und auch ein paar Wallabies.

Für die Sicherheit der ganz kleinen Joeys, die meist noch im Haus leben, ist ein kleines Stück Garten umzäunt. Alle ausgewachsenen Kängurus sind hier aber frei, dh. es gibt keinen Zaun und sie können kommen und gehen wie sie wollen. Sie kommen aber immer wieder zurück weil es ihr Zuhause ist. Dh. sie liegen und hüpfen auf dem Campingplatz herum und lassen sich gern stundenlang kraulen - und wehe man hört auf ;0) Manche möchten aber auch spielen und fordern einen zum "Boxkampf" heraus.

Wir sind etwas länger geblieben als geplant und haben nicht nur viel Zeit mit den Kängurus verbracht, sondern auch viel über sie gelernt.

Es gibt viele verschiedene Känguru-Arten, hier leben die Östlichen Grauen Riesenkängurus. 
Sie werden bis zu 1,40 m groß, allerdings ohne Schwanz - der ist nochmal 75-100 cm lang. Sie können bis zu 18 Jahre alt werden, in freier Wildbahn werden sie aber oft nicht älter als 10-12. Kängurus fressen vorwiegend Gras und Blätter, mögen aber auch hin und wieder mal Süßkartoffeln;0) und ihr Wasserbedarf ist nicht allzu groß, sie decken ihn hauptsächlich durch ihre Nahrung.

Uns ist sehr positiv aufgefallen, dass die Kängurus nur ganz leicht nach Heu riechen - sie schwitzen wohl auch nicht. Und was ich vorher auch nicht gewusst habe: Kängurus können nicht rückwärts gehen bzw. hüpfen. 

Das wohl bekannteste Merkmal ist ja der Beutel mit dem kleinen Joey drin.  Auf dem Campingplatz gab es einige junge Mütter, aber die Joeys waren noch so klein, dass sie oft nur kurz rausgeschaut haben. 
Eine Schwangerschaft dauert bei Kängurus etwa 21-38 Tage. Das Baby ist dann allerdings nur 5-25 mm groß und macht sich gleich auf den Weg in Mamas Beutel, wo es sich für die nächsten Monate sofort an eine Zitze hängt um groß und stark zu werden. Dort bleibt es auch die ersten 6 Monate, danach kommt es öfter raus, kann aber, bis es ca 8-12 Monate alt ist, immer wieder in Mamas Beutel zurück, bis es einfach zu schwer und zu groß ist. Interessant ist auch, dass Kängurus gleichzeitig verschieden zusammengesetzte Milch produzieren können. Einmal für die ganz kleinen an den unteren Zitzen und eine andere Zusammensetzung für das ältere an den oberen Zitzen.
Die Weibchen können auch bei Bedarf ihre Schwangerschaft für bis zu 6 Monate unterbrechen, zB in Notzeiten oder wenn noch ein Kleines in ihrem Beutel lebt. Der Embryo hört in der Zeit einfach auf sich zu entwickeln.

In Australien soll es mehr Kängurus als Einwohner geben und nicht jeder ist positiv auf sie zu sprechen. Viele Farmer zum Beispiel jagen oder vergiften Kängurus, weil sie Angst haben, sie würden ihre Felder abfressen.

Gut dass es Menschen wie Garry und Denise gibt, die sich so liebevoll um die Kängurus kümmern! Sie bekommen keine staatliche Unterstützung, die einzigen Einnahmen sind Spenden und der kleine Campingplatz. 

Wir haben wie gesagt viel Zeit mit den Kängurus verbracht in der wir auch sehr viele Fotos gemacht haben, das hier ist nur eine "kleine" Auswahl;0)

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